Deutsche Bank

Personalbericht 2017

Personalplanung und Rolling Forecast

Personalplanungskonzept

Mit ihrem Ende 2016 eingeführten Personalplanungskonzept realisiert die Deutsche Bank Kosteneinsparungen, indem sie ihre Organisationsstruktur optimiert, und treibt die Unternehmenskultur durch einen bereichsübergreifend einheitlichen Planungsansatz sowie eine einheitliche Rollendefinition voran.

Das Konzept umfasst ein „Global Position Management“ (GPM)-System, das Stellen in der Organisationsstruktur der Deutschen Bank definiert und mit einem spezifischen Rahmenwerk zu Berufsbildern und Rollen („Profession and Role Framework“) verknüpft. Das Rahmenwerk teilt Rollen und deren Profile konsistent für alle Bereiche und Regionen ein und schafft damit Transparenz über die in der Bank vorhandenen Tätigkeitsfelder. Das GPM-System bildet die Berichtslinien und die Führungsstruktur der Bank ab und macht dadurch Verantwortung und Entscheidungsprozesse transparent. Es dient außerdem dazu, die Zahl und die Art der benötigten Positionen zu ermitteln.

Beschäftigungsstruktur der internen Mitarbeiter

Rolling Forecast – der Blick in die Zukunft

Personalkosten sind einer der größten Kostenblöcke im Bankenwesen. Die Planung und anschließende Kontrolle des zukünftigen Personalbestands und der damit verbundenen Personalkosten ist daher sehr wichtig. Wir haben die wachsende Bedeutung eines realistischen Ausblickes auf die zukünftige Entwicklung der Mitarbeiterkapazität sowie der Personalkosten erkannt; daher hat die Bank in die Entwicklung eines „Forecast-Modells“ investiert. Dabei nutzen wir die im Vertrieb bereits nicht mehr wegzudenkende Methode der so genannten rollierenden Planung und übertragen diesen Ansatz auf den Personalbereich. Die Personalabteilung wird damit zum innovativen und strategischen Berater für zukunftsgerichtete Personalentscheidungen.

Der „Rolling Forecast“ soll den jährlichen Planungsvorgang nicht ersetzen, sondern ihn um eine weitere Dimension erweitern. Wohingegen die jährliche Planung verbindliche Vorgaben beziehungsweise einen von der Deutschen Bank gewünschten Zielzustand darstellt, prognostiziert der „Rolling Forecast“, mit welchen Werten aufgrund der aktuellen Situation in der Zukunft gerechnet werden sollte. Um das realitätsnah zu erreichen, wird die Prognose monatlich aktualisiert. Damit werden auch die aktuellsten Geschehnisse des vergangenen Monats in den Berechnungen berücksichtigt.

Der Betrachtungszeitraum ist kürzer und die Frequenz höher – so steigern wir die Prognosequalität der Mitarbeiterkapazitäten und -kosten im Vergleich zur jährlichen Planung deutlich. Die Methodik für die Erstellung des „Rolling Forecast“ wurde dabei für den gesamten Konzern vereinheitlicht und standardisiert. Dies ermöglicht einen zentralen, aggregierten Blick auf die Kostentreiber und schafft die Voraussetzung für ein zentrales Berichtswesen und weitreichende Szenario-Analysen. Auf Grundlage von Daten aus unterschiedlichen Quellen berechnet das System pro Quartal einen „Trend Forecast“, der die prognostizierten Beschäftigungszahlen sowie die damit verbundenen Personalkosten widerspiegelt.

Durch die Berücksichtigung der durchschnittlichen Personalbewegung derselben Monate in den Vorjahren wird der Einfluss saisonaler Schwankungen transparent, zum Beispiel zu den Einstellungsterminen von Hochschulabsolventen. Ein wichtiger Aspekt bei der Erstellung des „Trend Forecast“ – neben der Nutzung von statistischen Instrumenten – ist die Berücksichtigung der Strategie und Marktsituation eines Bereichs. Auf diese Weise werden auch zukünftige Trendänderungen, etwa Wachstums- oder Konsolidierungsphasen, entsprechend berücksichtigt.

Über ein Informationsmodul können die Werte aus der Vorhersage mit den Planzahlen verglichen werden. Kommt es zu signifikanten Abweichungen, werden die Gründe zwischen dem jeweiligen Geschäftsbereich, dem Personalbereich sowie der Finanzabteilung erörtert, so dass über mögliche Gegenmaßnahmen diskutiert und entschieden werden kann. Später werden die Werte der Vorhersage mit der tatsächlich eingetroffenen Mitarbeiterentwicklung sowie den tatsächlich eingetroffenen Personalkosten verglichen, um gegebenenfalls Anpassungen in der Prognosemethodik vorzunehmen.

Der „Rolling Forecast“ ist in eine Plattform eingebettet, die einfach zu bedienen und allen Interessengruppen zugänglich ist. Sie erlaubt es, zukünftige Über- oder Unterdeckungen des Personalbestands frühzeitig zu erkennen. Ein Vergleich der Prognose mit den tatsächlich eingetretenen Werten zeigt, dass diese nur geringfügig voneinander abweichen. Den gestiegenen Anforderungen an eine genauere Prognose und Planung des Umfangs der Mitarbeiterschaft werden wir damit gerecht. Maßgeblich für den Erfolg des „Rolling Forecast“ war dabei die enge Kooperation der Personal- mit der Finanzabteilung sowie mit den jeweiligen Geschäfts- und Infrastrukturbereichen.