Deutsche Bank

Personalbericht 2017

Sozialverträgliche Umsetzung

Bei der Umsetzung ihrer strategischen Neuausrichtung war die Deutsche Bank auch 2017 darauf bedacht, den damit einhergehenden Stellenabbau so sozialverträglich und verantwortungsvoll wie möglich zu gestalten. Dabei arbeitet das Unternehmen vertrauensvoll und konstruktiv mit Arbeitnehmervertretern und Sozialpartnern zusammen.

Die Grundlage für die Einbindung von Betriebsratsgremien in Deutschland ist das Betriebsverfassungsgesetz. Dieses regelt unter anderem, welche Rechte und Pflichten der Betriebsrat hat und wann beziehungsweise in welchen Fällen der Arbeitgeber den Betriebsrat in welcher Form einzubinden hat. Der Betriebsrat ist die Interessenvertretung der Arbeitnehmer und wird von diesen alle vier Jahre gewählt. Als Interessenvertretung der Arbeitnehmer ist der Betriebsrat Gesprächs- und Verhandlungspartner des Arbeitgebers. Der Betriebsrat hat unterschiedlich stark ausgeprägte Beteiligungsrechte, zum Beispiel die Verhandlung von Interessenausgleichen bei Restrukturierungen und die Verhandlung von Betriebsvereinbarungen, wie etwa zum Thema Vergütung. Zu unterscheiden ist im Konzern (für Deutschland) je nach Zuständigkeit, die sich aus dem Gesetz ergibt, zwischen örtlichen Betriebsratsgremien, den Gesamtbetriebsräten, dem Konzernbetriebsrat und dem Europäischem Betriebsrat.

Die leitenden Angestellten werden vom Sprecherausschuss vertreten. Basis und Regelwerk hierfür ist das deutsche Sprecherausschussgesetz. Es entspricht der Praxis im Konzern, die entsprechenden Gremien frühzeitig und umfassend einzubinden.

Mit der im Jahr 2015 verkündeten Strategie 2020 hat die Deutsche Bank mehrere Maßnahmenbündel geschnürt und eingeleitet. Im Verlauf der Jahres 2016 wurden insgesamt 14 Interessenausgleiche über einen geplanten Personalabbau von rund 4.000 Stellen in Deutschland bis Ende 2018 verhandelt. Von den Maßnahmen waren insbesondere das Geschäft mit Privat-, Vermögens- und Firmenkunden betroffen, außerdem die Transaktionsbank, die Betriebsorganisation, die Infrastrukturfunktionen Finanzen und Risiko, die Personalabteilung sowie die volkswirtschaftliche Abteilung Deutsche Bank Research. Im Jahr 2017 wurden zwei Vereinbarungen auf nichtleitender Ebene geschlossen. Davon waren das Geschäft mit vermögenden Kunden (Wealth Management) und der Risikobereich mit einer Gesamt-Abbauzahl von brutto rund 300 Stellen betroffen.

Change-Konzept

Die Deutsche Bank verfolgt ein ganzheitliches Change-Konzept – ein neutrales, im Sozialplan der Bank verankertes Programm, das die Beschäftigungsfähigkeit fördert und denjenigen Mitarbeitern individuelle Veränderungsbegleitung bietet, die von Restrukturierungsmaßnahmen betroffen sind. Es handelt sich um ein systematisches, zielgruppenorientiertes Begleitkonzept für Mitarbeiter, Führungskräfte, Betriebsräte und Personalbetreuer, um sich mit Veränderungsszenarien auseinanderzusetzen. Zudem unterstützt es die Strategie der Bank, offene Stellen soweit wie möglich mit geeigneten Kandidaten intern zu besetzen, und es nutzt ein eigens aufgebautes Partnernetzwerk, um betroffene Mitarbeiter an andere Arbeitgeber zu vermitteln.

Nachdem bereits ein Großteil der betroffenen Mitarbeiter die Coaching- und Beratungsmöglichkeiten zur beruflichen Orientierung und Platzierung wahrgenommen hat, setzt sich die Begleitung aller noch nicht platzierten Mitarbeiter individuell fort. Die aktiven Angebote – wie Seminare, Impulsvorträge und Web-Schulungen – bleiben gut nachgefragt. Viele Mitarbeiter setzen sich intensiver mit perspektivischen beruflichen Fragen auseinander, entwickeln ihre Kompetenzen bewusst weiter und planen ihre Karriere. Seit Anfang 2016 haben rund 15.000 Mitarbeiter die vorbereitenden Maßnahmen in Deutschland genutzt.

Zur aktiven beruflichen Orientierung und Förderung der Beschäftigungsfähigkeit von Mitarbeitern über 50 Jahren haben wir 2017 in Deutschland die Pilotphase eines neuen Beratungsangebotes gestartet: „Erfolg aus Erfahrung – die nächste Berufs- und Lebensphase aktiv gestalten“.

Aktuell bereitet die Deutsche Bank die Einführung des „Employability“-Programms für die Postbank-Integration in den Konzern vor. Dabei wird der ganzheitliche Ansatz zur Restrukturierung mit der Geschäftsleitung, dem Personalbereich und dem Betriebsrat der Postbank abgestimmt.